Wild, Streuner oder ausgesetzt?

Streunende Katzen leben in Ruinen, Parks, Parkplätzen und leeren Fabrikgebäuden. Wilde Katzen sind nicht an Menschen gewöhnt, ängstlich und bleiben auf Entfernung. Wilde Katzen leben in Gruppenverbänden Kolonien. Diese Streunerkatzen teilen sich Futterquellen und Revier. In einer Kolonie können wilde auf der Straße geborenen Katzen zusammen mit Streunerkatzen leben, die von Menschen ausgesetzt wurden oder weggelaufen sind.  Ausgesetzte Streuner sind oft immer noch zahm und lassen sich sogar anfassen. Die meisten Katzenkolonien wachsen durch ausgesetzte nicht kastrierte Streunerkatzen wobei diese dann von Generation zu Generation scheuer werden!
Doch auch wenn streunende Katzen draußen als wilde, freie Katzen leben sind sie keine Wildkatzen. Sie leben durch die Ausdehnung der menschlichen Städte nicht in ihren natürlichen Revieren und sind auf Menschen und deren Abfälle für ihr Überleben angewiesen. Eine verwilderte Katze hat ihr Verhalten erlernt und nicht als biologisches Merkmal geerbt. Zum Beispiel kann eine Katze zu unterschiedlichen Zeiten ihres Lebens wild oder zahm sein. Ein Katzenbaby kann auf der Straße geboren werden, mit ein paar Wochen eingefangen werden und an Menschen gewöhnt werden und den Rest ihres Lebens ein anhängliches Haustier sein. Eine erwachsene Katze kann ausgesetzt werden und innerhalb weniger Monate verwildern. In Katzenkolonien wird man meistens alle Mischsorten zwischen diesen wilden, scheuen und handzahmen Katzen finden. Es liegt an der Situation der Katze, ihren Erfahrungen und auch ihrem Charakter welchem Typ sie mehr entsprechen wird.

Wie wild eine Katze ist, wird jedoch von 4 Faktoren beeinflusst:

Alter – Kitten jünger als 8 Wochen und von einer wilden Mutter geboren, können meistens innerhalb einiger Tage  sozialisiert und gezähmt werden Je älter die Katzen sind umso ausgeprägter zeigen sie typisches Wildkatzenverhalten, wie Angst vor Fremden, Bei ausgewachsenen, älteren Katzen kann die Sozialisation gar Jahre dauern.

Generationenzahl – je länger die Kolonie existiert und je mehr Generationen auf der Straße geboren werden umso wilder werden die Katzen. Mit jeder auf der Straße geborenen Generation wird das Verhalten wilder und scheuer.

Häufigkeit und Intensität menschlichen Kontakts – Katzen die draußen leben aber regelmäßigen Kontakt mit Menschen haben interagieren schneller mit Menschen als Katzen die keinen Kontakt haben.

Individuelle Persönlichkeit  – Katzen, haben eine eigene Persönlichkeit. Einige Streuner sind von Natur aus freundlich und suchen Kontakt zu Menschen. Oft wurde beobachtet, dass kastrierte Koloniekatzen Menschen gegenüber auftauen.
Wenn eine Katze wirklich verwildert ist, lebt sie besser mit ihren Koloniekameraden. Man kann nicht jede Katze zähmen und sollte das auch nicht um ihr nicht zu schaden. Katzenkoloniemanager müssen die Katze und ihr Wesen respektieren. Der Aufwand und die Zeit kann besser investiert werden um Kolonien zu helfen.

 

Kitten in einer Kolonie in Ortigia +
Kitten in einer Kolonie in Ortigia +